30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Spaltung?

Donnerstag, 4. November 2021 | Pressemitteilungen

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RAA Mecklenburg-Vorpommern Regionalstellen
Es debattieren die RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V., der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg und der Otto Brenner Stiftung
Beitrag aus dem Bereich: Pressemitteilungen
Schlagwörter: Debatte | Medien | Podium

Bundesweit erste Live-Podiumsdiskussion zur Studie der Otto Brenner Stiftung über die mediale Spaltung der Bundesrepublik und die “Problemzone Ost”.

Wir laden Sie als Pressevertreter herzlich ein und bitten gleichzeitig um Vorankündigung folgender Veranstaltung:

Der Osten in den Medien – die Medien im Osten

Podiumsdiskussion zur Studie der Otto Brenner Stiftung „30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Spaltung. Schreiben Medien die Teilung Deutschlands fest?“

am Donnerstag, 4. November 2021, 19:30 Uhr im Schauspielhaus Neubrandenburg

Es debattieren auf Einladung der RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V., der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg und der Otto Brenner Stiftung:

  • Dr. Lutz Mükke, Autor der Studie, Journalist, Medienwissenschaftler und Mitherausgeber der Journalismus-Plattform Message
  • Jürgen Mladek, Chefredakteur Nordkurier
  • Benjamin Fredrich, Chefredakteur Katapult MV
  • Michael Seidel, Chefredakteur SVZ

Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin Jennifer Giwi aus Berlin.

Die öffentliche Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Aufgrund der begrenzten Anzahl an Publikumsplätzen ist eine Voranmeldung erforderlich unter www.demokratie-nb.de/podiumsdiskussion.

Seit den Gründerjahren der alten Bundesrepublik prägen insbesondere eine Reihe überregionaler Qualitätsmedien das Selbstverständnis der westdeutschen Gesellschaft. Blätter wie FAZ, ZEIT, Süddeutsche Zeitung oder Der Spiegel wie auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk moderieren die großen gesellschaftlichen Debatten. Der heutige Osten der Republik kam und kommt in diesen Debatten, wenn überhaupt, oft als Fremdkörper daher: als von der westdeutschen Norm abweichendes Anhängsel und Problemfall.

Die mediale Marginalisierung Ostdeutscher bestätigt eindrucksvoll und faktenreich eine aktuelle Studie der Otto Brenner Stiftung. Sie stellt unter anderem fest, dass die überregionale westdeutsche Qualitätspresse im Osten so gut wie nicht gelesen wird. Die ostdeutsche Zeitungslandschaft ist von Regionalzeitungen – wie dem Nordkurier und der Schweriner Volkszeitung – geprägt, die in riesigen wettbewerbsfreien Verbreitungsgebieten agieren. Publizistische Vielfalt auch im Lokalen, ein Grundbaustein von Demokratie, blieb in vielen Gegenden Ostdeutschlands eine Illusion: Ergebnis einer Nachwendepolitik, die die Zeitungen blitzschnell in westdeutschen Besitz überführte. „Die Monopolisierung und Provinzialisierung des Medienangebots“, so der Autor der Studie, Dr. Lutz Mükke, “hat wahrscheinlich ebenso zur Verschiebung des gesellschafts-politischen Klimas und zu den großen Mobilisierungserfolgen populistischer Bewegungen im Osten beigetragen wie die mangelhafte Partizipation und Repräsentation Ostdeutscher in überregionalen Leitmedien und in den Eliten des Landes.“

Welche Rolle spielen Massenmedien im und für den Prozess der Vereinigung? Warum konnten sich die bundesdeutschen Leitmedien nicht im Osten etablieren? Wie ist es um die mediale Repräsentation Ostdeutscher bestellt? Welche Rolle spielen die ostdeutschen Regionalzeitungen dabei? Warum müssen und wie können ostdeutsche Perspektiven in die bundesweiten medialen Diskurse eingebracht werden? Brauchen wir eine Quote für ostdeutsche Journalist*innen? Mit diesen und weiteren Fragen werden sich die Podiumsgäste beschäftigen.

Kontakt:

Peter Scheifler
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0151 26910803


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