„Mit Freude lernen und lehren“ – Das war das 3. Kamingespräch vom LdE-Kompetenzzentrum M-V

Mittwoch, 8. Dezember 2021 | Nachrichten

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LdE Kamingespräch
Die Berichte aus den Praxisschulen zeigen immer wieder eindrücklich, welchen positiven Einfluss die qualitätvolle Umsetzung der Lehr- und Lernform "Lernen durch Engagement" auf Schüler*innen und Lehrer*innen, aber auch auf Eltern und das Umfeld hat.
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Schlagwörter: Kamingespräch | Lehrer | Schüler

Engagement heißt Verbindung

Es ist der 01. Dezember 2021 um 16.15 Uhr.

Der virtuelle Kamin flackert, Nikita Karćiauskas spielt live Klavier und unterhält die Wartenden an ihren Bildschirmen. Mehr als 150 Menschen haben sich zugeschaltet, darunter 71 Lehrer*innen aus ca. 50 Schulen, viele Student*innen aus Greifswald und Rostock, aber auch andere Interessierte, eine von ihnen sogar aus Österreich. Ideen und Praxisbeispiele aus dem Umfeld des LdE-Kompetenzzentrums werden vorgestellt. In M-V gibt es bereits 19 Schulen, die aktiv LdE betreiben. Neun von ihnen sind Grundschulen. Die Berichte aus den Praxisschulen zeigen immer wieder eindrücklich, welchen positiven Einfluss die qualitätvolle Umsetzung der Lehr- und Lernform „Lernen durch Engagement“ auf Schüler*innen und Lehrer*innen, aber auch auf Eltern und das Umfeld hat.

Im Anschluss spricht Gerald Hüther darüber, was ein Kind braucht, um das in ihm angelegte Potenzial entfalten zu können. „Es müsste wieder Akteur des ihm eigenen Lernprozesses sein, wie es das lange war. Laufen, Sprechen – all das hat es durch spielerisches Ausprobieren gelernt.“ Dabei helfe nicht zuletzt ein Ansatz wie Lernen durch Engagement. „Viele Leute glauben, Engagement heißt: Strengen Sie sich mal ein bisschen an. […] Engagement wird im Englischen eigentlich verwendet, wenn man etwas meint, was im Deutschen „Verlobung“ heißt, […] eine Verbindung also […]. Sie tragen dazu bei, dass Ihre Schülerinnen und Schüler sich mit dem was sie tun so verbinden, dass es für sie wirklich wichtig wird.“

Wie können wir Lernlust statt Lernfrust produzieren?

Wie können wir Lernlust statt Lernfrust produzieren? Darauf antwortet der promovierte Hirnforscher: „Es müsste nur ein einziger Umstand geändert werden: Du darfst das Kind niemals zum Objekt deiner Erwartungen, Bewertungen, und Maßnahmen machen. Wenn Kinder zu Objekten werden, haben sie keine Chance, sich selbst als Gestalter zu erleben. Du darfst ihr Bedürfnis nach Verbundenheit und Autonomie nicht verletzen.“ Es geht im Laufe des Abends um verschiedene Möglichkeiten, Veränderung herbeizuführen. Am Ende wirbt Gerald Hüther um die Einsicht, bei sich selbst zu beginnen: „Menschen, die liebevoll mit Kindern umgehen, sind immer Menschen, die liebevoll mit sich selbst umgehen.“

Zum Abschluss resümieren LdE-Praktiker*innen darüber, was sie aus den Worten von Hüther für sich in ihr tägliches Tun übernehmen können – noch sichtlich bewegt von dessen Aussagen.

Eva Bauer, Sängerin und freie Rednerin, lädt alle Teilnehmer*innen zu einem musikalischen Ausklang ein. In Breakoutrooms finden noch einzelne Gespräche statt. Ein besonderer Abend geht zu Ende. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmer*innen, bei Prof. Dr. Gerald Hüther sowie allen weiteren Rednern.

Das Team vom LdE-Kompetenzzentrum M-V