Zum 77. Jahrestag der Befreiung wird den Frauen von Waldbau gedacht

Montag, 2. Mai 2022 | Aktuelles

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Jahrestag der Befreiung der Frauen im KZ-Außenlager von Ravensbrück bietet Anlass für eine Gedenkveranstaltung. Unter Anwesenheit von vier Botschaftsvertretern, Minister Backhaus, Abgeordnetetn aus Bundes-, Land- und Kreistag sowie Stadtvertretung wurde die Installation "Namenstropfen" der Künstlerin Imke Rust feierlich eingeweiht.
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Die RAA M-V und die Stadt Neubrandenburg nahmen den Jahrestag der Befreiung der Frauen im KZ-Außenlager von Ravensbrück zum Anlass für eine Gedenkveranstaltung. Unter Anwesenheit von vier Botschaftsvertretern, Minister Backhaus, Abgeordnetetn aus Bundes-, Land- und Kreistag sowie Stadtvertretung wurde die Installation „Namenstropfen“ der Künstlerin Imke Rust feierlich eingeweiht.

RAA-Geschäftsführer Christian Utpatel ordnete die Bedeutung der Gedenkveranstaltung mit etwa 80 Gästen ein: „Seit etwa fünf Jahren engagieren wir uns mit unserem Projekt zeitlupe für diesen Gedenkort, wir waren in den letzten drei Jahren mit vielen Gruppen, vor allem mit jungen Menschen hier, wir haben Herrn Minister Backhaus, Nadine Julitz, der Lagergemeinschaft Ravensbrück und vielen anderen dieses Gelände gezeigt, haben gemeinsam mit der Stadt Neubrandenburg Arbeitseinsätze organisiert, bei denen sich viele Bürgerinnen und Bürger engagiert haben. Aber die Aufmerksamkeit, die unsere heutige Einladung geweckt hat, ist besonders und sie ist ermutigend und bestärkend für unser Engagement.“

Für die Installation recherchierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RAA-Projektes zeitlupe und der Stadt Neubrandenburg hunderte von Namen und biographische Daten der Gefangenen in Waldbau. In Workshops gravierten Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, interessierte Bürger und viele andere Freiwillige etwa 500 Namen der Frauen von Waldbau auf die Tropfen. Entstanden ist eine partizipative, offene und erweiterbare Installation, die die Schicksale der von Entmenschlichung, Ausbeutung und Vernichtung durch Arbeit betroffenen Frauen sichtbar macht und zum Gedenken und Lernen am historischen Ort, dem KZ-Gedenkort Waldbau, einlädt.

Projektleiterin Constanze Jaiser erklärte, dass bislang rund 1500 Namen der rund 7000 Inhaftierten in Neubrandenburg recherchiert werden. In Workshops und teils in Heimarbeit hätten Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, interessierte Bürger und viele andere Freiwillige etwa 500 Namen der Frauen von Waldbau auf die Tropfen graviert.

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) sagte, die Vier-Tore-Stadt sehe es als ihre tief empfundene moralische Verpflichtung, an die Ereignisse vor fast 80 Jahren zu erinnern, fortwährende Gedenkarbeit zu leisten und alles dafür zu tun, dass dieser Ort ein Ort des Mahnens für die Zukunft bleibt. Auch Minister Till Backhaus (SPD) sagte bei der Zeremonie der Stadt die weitere Unterstützung des Landes für die Gedenkstätte zu.