Rechtsextreme Einstellungen, Symboliken und Narrative gewinnen unter Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend an Sichtbarkeit – das zeigt auch der aktuelle Beitrag des Norddeutscher Rundfunk. Für uns als RAA Demokratie und Bildung MV e.V. ist das keine abstrakte Entwicklung, sondern tägliche Praxis.
Schulen suchen Unterstützung
Immer mehr Schulen wenden sich an uns. Hakenkreuze an Gebäuden, Hitlergrüße oder Gewaltvorfälle sind nur einige Beispiele. Besonders besorgniserregend: Schülerinnen und Schüler mit internationaler Geschichte fühlen sich häufiger bedroht oder ausgegrenzt.
„Das Problem wächst. Schulen melden sich, weil es eskaliert oder etwas vorfällt, was sich nicht mehr ignorieren und nicht mehr wegleugnen lässt“, sagt Alena Lyons.
Neutralität heißt nicht Wertfreiheit
Viele Lehrkräfte fühlen sich unsicher, weil sie glauben, bestimmte Themen nicht ansprechen zu dürfen.
„Das ist eine völlig falsche Vorstellung, dass man ideologische oder politische Aspekte nicht ansprechen darf, dass man sich nicht kritisch auch mit Parteien auseinandersetzen darf. Rechtsextremismus und Rassismus widersprechen grundsätzlich dem Auftrag, den wir als Schule dem Grundgesetz und den Menschenrechten gegenüber haben“, erklärt Stefan Kollasch.
Rechtsextremismus verstehen und begegnen
Allein Gedenkstättenfahrten oder Geschichtsunterricht reichen nicht aus. Social Media, TikTok und die Sprache rechtsextremer Parteien wirken vor allem über Emotionalisierung:
„Da wird eine Gefahr heraufbeschworen vor vermeintlichen Ausländern, vor der Übernahme des Landes, vor den Eliten. Die Schülerinnen übernehmen nicht unbedingt diese inhaltlichen Punkte, sondern die Gefühle von Angst und Kontrollverlust“, sagt Stefan Kollasch. Deshalb sei es entscheidend, empathisch auf die Belange der Kinder einzugehen.
Der erste Schritt: Hinschauen
„Sich im Kollegium in die Augen zu schauen und sich das Problem ehrlich bewusst zu machen“, beschreibt Stefan Kollasch. Vorfälle klar benennen, Unsicherheiten offen ansprechen und Verantwortung gemeinsam tragen – so können Schulen rechtsextreme Dynamiken begrenzen.
Unsere Haltung
Für uns bei der RAA Demokratie und Bildung MV e.V. bedeutet Demokratiebildung: Schulen begleiten, Handlungssicherheit stärken, Diskriminierungskritik fördern und klare demokratische Positionierung zeigen. Rechtsextremismus hat an Schulen keinen Platz – wir stehen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern auf diesem Weg zur Seite.
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