Ein Schiff voller Ideen. Räume voller Gespräche. Menschen voller Tatendrang.
Was für ein Auftakt! Mit MutRAAuschen haben wir als RAA Mecklenburg-Vorpommern am 30. Juni ein neues Demokratie- und Bildungsformat geschaffen, das seinem Namen mehr als gerecht wurde. Auf der MS „Dresden“ im Rostocker IGA-Park wurde den ganzen Tag diskutiert, ausprobiert, zugehört, gelacht und gemeinsam weitergedacht.
Schon beim Ankommen war zu spüren: Hier treffen Menschen aufeinander, die etwas bewegen wollen. Fachkräfte aus Schulen und Kitas, Vertreter*innen aus Kommunen, Vereinen, Initiativen, Politik und Ehrenamt nutzten die Gelegenheit, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Verbindungen zu knüpfen. Der musikalische Auftakt sorgte für beste Stimmung und machte sofort deutlich: MutRAAuschen sollte kein klassischer Fachtag werden – sondern ein Ort, an dem Demokratie erlebbar wird.



Ein besonderer Moment: Der erste RAA-Bildungspreis Mecklenburg-Vorpommern
Ein emotionaler Höhepunkt des Vormittags war die erstmalige Verleihung des RAA-Bildungspreises Mecklenburg-Vorpommern.
Mit dem neuen Preis würdigt die RAA – Demokratie und Bildung M-V e. V. herausragende Bildungsformate aus Mecklenburg-Vorpommern, die Demokratiebildung, gesellschaftliches Engagement, Verantwortung, Innovation, Vielfalt und Mitbestimmung im Bildungsalltag auf besondere Weise stärken.
Ausgezeichnet wurden der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. für die nachhaltige Etablierung von ANGELNmachtSCHULE in Mecklenburg-Vorpommern, die Grundschule am Gymnasialen Schulzentrum Felix Stillfried Stralendorf für die nachhaltige Verbindung von Lernen durch Engagement mit dem Klassenrat in allen Lernbüros sowie die Europaschule Rövershagen für die nachhaltige Verankerung von Lernen durch Engagement in allen 10. Klassen. Alle drei Preisträger*innen erhielten ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro, um ihre erfolgreiche Bildungsarbeit weiterzuführen und auszubauen.
Darüber hinaus wurde der Sonderpreis der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern beim Bund an die ecolea | Internationale Schule Schwerin verliehen. Ausgezeichnet wurde ihr nachhaltiges Engagement, Courage und Demokratiebildung fest im Schulalltag zu verankern.
Im anschließenden Gespräch mit Regine Seemann und Daniela Quidas-Heer von der Hamburger Schule an der Burgweide, Preisträgerin des Deutschen Schulpreises 2025, sowie weiteren Bildungsakteur*innen wurde deutlich, wie Demokratie im Schulalltag gelebt werden kann. Die Gespräche machten Mut, neue Wege zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und Schule als Ort demokratischer Teilhabe aktiv zu gestalten.
Die Preisverleihung machte eindrucksvoll sichtbar, wie viel Innovationskraft und Engagement bereits heute in Mecklenburg-Vorpommerns Bildungslandschaft steckt und setzte einen inspirierenden Auftakt für einen Tag, an dem Demokratie in all ihren Facetten erlebbar wurde.





Demokratie zum Mitmachen
Den ganzen Tag über konnten die Teilnehmenden aus einer Vielzahl interaktiver Formate wählen. Statt Frontalvorträgen standen Begegnung, Beteiligung und praktische Erfahrungen im Mittelpunkt.
Ob Mut auf dem Land säen, Unterricht mutig verändern, Junge Menschen stärken, Übergänge bewusst gestalten, Wo wächst Mut? oder Wo braucht es Mut? überall wurde engagiert diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und neue Ideen entwickelt.
Besonders beeindruckend war die thematische Vielfalt. Von Demokratiebildung im Unterricht über Ganztagsentwicklung, Mehrsprachigkeit und diskriminierungssensible Bildungsarbeit bis hin zu kommunaler Demokratie, Zukunftsgestaltung und gesellschaftlichem Zusammenhalt zeigte MutRAAuschen, wie facettenreich demokratisches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern bereits gelebt wird.
Räume zum Entdecken, Nachdenken und Ausprobieren
Neben den Workshops luden zahlreiche offene Formate zum Verweilen ein.
Die Haltestelle Zukunft entwickelte sich zu einem echten Treffpunkt für alle, die gemeinsam Visionen entwickeln und über die Zukunft unseres Zusammenlebens nachdenken wollten.
Die Ausstellung „Rechtsextrem – wie abwegig ist das denn?“ regte viele intensive Gespräche über Radikalisierungsprozesse und Handlungsmöglichkeiten an. Ebenso groß war das Interesse an der Ausstellung Mut zur Mehrsprachigkeit, die eindrucksvoll zeigte, wie Vielfalt in der Bildungsarbeit sichtbar und selbstverständlich werden kann.
Wer zwischendurch neue Energie tanken wollte, konnte beim Format anSchwung holen selbst aktiv werden. Der Swing-Tanz-Workshop brachte Bewegung auf das Schiff und sorgte für viele lachende Gesichter – ein schönes Beispiel dafür, dass Demokratie auch Leichtigkeit und gemeinsames Erleben braucht.






Haltung zeigen, Perspektiven wechseln
Am Nachmittag wurde es an vielen Stellen persönlich.
Im Gespräch „Wo wächst Mut?“ berichteten junge Engagierte aus Mecklenburg-Vorpommern von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgen. Ihre Geschichten machten Mut und zeigten, wie Engagement entsteht und welche Kraft darin steckt.
Ebenso eindrucksvoll war die Podiumsdiskussion „Demokratische Alltagspraxis stärken“, in der aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen, Demokratieskepsis und menschenrechtsorientierte Gegenstrategien diskutiert wurden.
Zum Abschluss des Tages wurde noch einmal deutlich, wie vielfältig Mut sein kann: Im Gespräch „Wo braucht es Mut?“ tauschten sich unter anderem Birgit Lohmeyer, Karen Larisch, Henrike Arlt und Timo Reinfrank darüber aus, wie demokratisches Engagement auch unter schwierigen Bedingungen gelingen kann. Parallel dazu eröffnete die Live-Aufzeichnung des Podcasts „Ostwärts“ spannende Perspektiven auf ostdeutsche Identität, Zugehörigkeit und Selbstbewusstsein.
Gemeinsam weiterRAAuschen
Als sich das Schiff am späten Nachmittag langsam wieder auf den Heimweg machte und die Improvisationskünstler*innen des Haspler e. V. mit einem kreativen Ausklang für viele Lacher sorgten, blieb vor allem eines zurück: Aufbruchsstimmung. MutRAAuschen hat gezeigt, wie viel Engagement, Kreativität und demokratische Gestaltungskraft in Mecklenburg-Vorpommern steckt. Die erste Verleihung des RAA-Bildungspreises hat genau das sichtbar gemacht und gemeinsam mit den vielen Begegnungen, Gesprächen und Ideen an Bord wurde deutlich: Demokratie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, sich vernetzen und gemeinsam Zukunft gestalten.
Danke an alle Referierenden, Workshop-Leitenden, Partner*innen, Unterstützer*innen und natürlich an alle Teilnehmenden, die MutRAAuschen mit ihrer Offenheit, ihren Fragen und ihrem Engagement zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.
Wir nehmen viele neue Impulse mit und freuen uns schon jetzt darauf, gemeinsam weiterzuRAAuschen.





