„Wie wir uns die Welt vorstellen, bestimmt, wie wir in ihr leben und wie wir anderen gegenüber handeln – Menschen und allem anderen. Es endet nicht in der Vorstellung, aber es beginnt dort.“
(Rebecca Solnit, Aktivistin und Autorin)
Unseren Vorstellungen wünschenswerter Zukünfte widmete sich das Projekt FutureFlow im Rahmen eines FutureFlowLabs in Kooperation mit dem bundesweiten Stipendienprogramm START. Im Zentrum stand dabei das Erkunden von Möglichkeiten und Wünschen: Von welchen Veränderungen träumen wir? Wofür wollen wir uns einsetzen? Wie sieht eine Zukunft aus, die wir uns wünschen? Stipendiat*innen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kamen zusammen, um genau diese Fragen gemeinsam zu bearbeiten. Sie entwickelten vielfältige Zukunftsentwürfe und machten Ihre Ideen und Vorstellungen in zwei Medienwerkstätten kreativ sichtbar.
Raum für Zukunftsbilder
Das Lab startete mit einem gemeinsamen Denk- und Diskussionsraum. Aktivierende, spielerische und kollaborative Methoden ermöglichten es den Teilnehmenden, ihre individuellen Zukunftsvorstellungen zu teilen und miteinander in Beziehung zu setzen. Dabei wurde deutlich: Die Auseinandersetzung mit Zukunft führt zu vielschichtigen Emotionen, die die Art und Weise prägen, wie über Zukünfte nachgedacht wird. Neben zuversichtlichen und hoffnungsvollen Blicken in die persönliche Zukunft artikulierten die Jugendlichen auch Sorgen und Unsicherheiten in Anbetracht gegenwärtiger Krisen. Gleichzeitig wurden aus dem Austausch erste Zukunftswünsche formuliert: Zufriedenheit und ein friedliches und gesundes Leben; weniger Leistungs- und Anpassungsdruck in der Schule; berufliche Chancen und Erfüllung; ein respektvolles und solidarisches Miteinander; ein nachhaltiger Klimaschutz und eine faire Nutzung Künstliche Intelligenz. Diese ersten Gedanken dienten als Grundlage für die anschließende kreativen Medienarbeit.



Visionen mit Medien gestalten
Aufbauend auf den Diskussionen entwickelten die Jugendlichen in zwei Medienwerkstätten fiktive Geschichten aus verschiedenen Zukunftsszenarien. Figuren, Orte und Alltagssituationen wurde kreativ mit Medien zum Leben erweckt, um abstrakte Wünsche in konkrete, erfahrbare Geschichten zu übersetzen. Eine Gruppe arbeitete mit dem webbasierten Tool Flickgame. Dort gestalteten sie interaktive Bildergeschichten und Point-and-Click-Adventures. Dabei werden Pixelbilder erstellt, die mithilfe von Farbcodes miteinander verknüpft werden, sodass Nutzer:innen von Bild zu Bild durch die Zukunftsgeschichten navigieren können. Die zweite Gruppe setzte ihre Ideen als Animationsfilme um. Figuren, Objekte und Hintergründe wurden gezeichnet oder aus Zeitschriften herausgeschnitten und Schritt für Schritt animiert. In einer Schnitt-App wurden die Filme mit Texten, Geräuschen und Musik zu lebendigen Geschichten zusammengefügt.
Den Abschluss bildete eine gemeinsame Präsentation, in der die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellten und sich, über ihre Ideen, Perspektiven und Arbeitsprozesse austauschten. Zusätzlich gestalteten die Jugendlichen Postkarten, auf denen sie ihre Visionen, Wünsche und Gedanken formulierten. Diese Beiträge erweitern das Zukunftswunscharchiv junger Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern und werden auf dem Instagram-Kanal @andiezukunft veröffentlicht.
Futures Literacy stärken
Das FutureFlowLab knüpft an den Ansatz der Futures Literacy an. Ziel ist es, die Fähigkeit junger Menschen zu stärken, unterschiedliche Zukünfte zu imaginieren und zu entwerfen. Zukunft wird als gestaltbarer Möglichkeitsraum verstanden, von dem sich Perspektiven und Handlungsoptionen für das gegenwärtige Handeln ableiten lassen. Die aktive Medienarbeit wird dabei zum kreativen Gestaltungsmittel, um die eigenen Zukunftsbilder und die von anderen zu reflektieren und sichtbar zu machen.
Wer Interesse an einem FutureFlowLab vor Ort hat, kann sich gerne hier melden der auf Instagram @future.flow über das Projektgeschehen informieren. Future Flow ist ein Projekt der RAA – Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V. Dieses Projekt wird von der Drosos Stiftung unterstützt.



