Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter rückt die inhaltliche Zusammenarbeit von Hort und Grundschule als Qualitätsbaustein ganztägiger Bildung einmal mehr in den Fokus. Das Kompetenzzentrum Bildungsgemeinschaft Hort und Grundschule (Big HuG), der RAA-Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e.V. richtet hierzu in Kooperation mit den kindheitspädagogischen Studiengängen der Hochschule Neubrandenburg, einen landesweiten Praxis- und Fachtag aus.
Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Bedeutung gemeinsam verantworteter Bildungsgemeinschaft im Interesse der Kinder. Eingeladen sind alle interessierten Fach- und Lehrkräfte aus Horten, Grundschulen und Kindertagesstätten sowie Multiplikator*innen und Fachberatungen, die den Bildungs- und Erziehungsauftrag gelingender Ganztagsbildung gemeinsam gestalten.
Mit Impulsvorträgen, thematischen Workshops sowie einem Markt der Möglichkeiten laden wir Sie dazu ein, sich zu verschiedenen Themen gemeinsam verantworteter Bildungsgemeinschaft auszutauschen sowie Praxisimpulse für die eigene Arbeit mitzunehmen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Tagesprogramm, 07.11.2026 / 09:30 – 16:30Uhr / Hochschule Neubrandenburg
ab 08:30 Uhr Ankommen und Anmeldung
09:30 Uhr Begrüßung und Grußworte
09:55 Uhr 1. Keynote von Prof. Dr. Markus Sauerwein – Professor für Theorie und Empirie der Sozialpädagogik
11:10 Uhr Kaffeepause und Markt der Möglichkeiten
11:30 Uhr 2. Keynote von Prof.in Dr. Claudia Nürnberg – Professur für das Lehrgebiet Pädagogik, Bildung und Erziehung
12:30 Uhr Mittagspause und Markt der Möglichkeiten
13:30 Uhr Workshops
15:45 Uhr „Dem Tag eine Stimme geben“ – Alexandra Broneske
16:00 Uhr “Jetzt hörst Du mir mal zu! – was die Kinder von UNS brauchen“ – Abschlussdiskussion der Professionen – Prof.in Dr. Claudia Nürnberg – Professur für das Lehrgebiet Pädagogik, Bildung und Erziehung und Prof. Dr. Falk Radisch – Professur für Schulpädagogik mit den Schwerpunkten Schulforschung und allgemeine Didaktik
16:30 Uhr Ende
Keynote 1 – „Den Ganztag für und mit Kindern gestalten“ – Prof. Dr. Markus Sauerwein, Professur für Theorie und Empirie der Sozialpädagogik
Ganztagsangebote für Kinder im Grundschulalter sind Paradox. Wie bei kaum einem gesellschaftspolitischen Thema besteht weitestgehend Konsens, dass Kinder im Zentrum ganztägiger Bildungs- und Betreuungsarrangements stehen sollten, dies oftmals jedoch nicht hinreichend gelingt. Für viele Kinder ist der Ganztag weit mehr als ein Ort, in dem sie den Nachmittag verbringen. Ganztägige Bildungs- und Betreuungsarrangements sind ein zentraler Bestandteil der Lebenswelt von Kindern. Der Vortrag erörtert die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern im Spannungsfeld weiterer Zielvorstellungen und diskutiert Möglichkeiten den Ganztag für und mit Kindern zu gestalten.
Keynote 2 „Multiprofessionelle Kooperation im Ganztag” – Prof.in Dr. Claudia Nürnberg, Professur für das Lehrgebiet Pädagogik, Bildung und Erziehung
Vor dem Hintergrund des Ausbaus ganztägiger Bildungsangebote beleuchtet Prof.in Dr. Claudia Nürnberg Bedingungen gelingender Kooperation zwischen Schule und Hort. Im Fokus stehen professionelle Haltungen, strukturelle Rahmenbedingungen und kommunikative Prozesse als Grundlage gemeinsam verantworteter Bildung, Betreuung und Erziehung.
Workshop 1 „Mit Kindern den Ganztag gestalten – Kinderperspektiven in der Qualitätsentwicklung”
In diesem Workshop erkunden Fachkräfte, wie Kinder aktiv an der Qualitätsentwicklung im Ganztag beteiligt werden können – alltagsnah, wirksam und altersgerecht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie pädagogische Teams Kinderperspektiven durch kreative Beteiligungsmethoden sichtbar machen und gemeinsam mit ihnen Routinen, Räume und Abläufe weiterentwickeln. – Birgit Müller, Schabernack e.V.
Workshop 2 „Erstellen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Hort, Grundschule und externen Partnern“
Dieser Workshop richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Hort und Grundschule sowie an weitere mögliche Kooperationspartner aus dem Sozialraum. Ziel des Workshops ist es, gemeinsam eine tragfähige Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit zu entwickeln und die wesentlichen Inhalte einer Kooperationsvereinbarung zu erarbeiten. Im Mittelpunkt stehen zentrale Bausteine einer Kooperationsvereinbarung. Der Workshop unterstützt damit Einrichtungen dabei, Kooperation bewusst zu gestalten, Ressourcen besser zu nutzen und Kindern einen gut abgestimmten Bildungs- und Betreuungsalltag zu ermöglichen. – Marcel Rechel, Kietzer Scheunenrocker Hagenow
Workshop 3 „Alle dabei im Ganztag?!“
Kindliche Lebenswelten sind geprägt von unterschiedlichen Bedingungen des Aufwachsens, verschiedenen Ressourcen, Sprachen, Familienkulturen und Alltagserfahrungen. Wie können wir diese Vielfalt im Ganztag wertschätzend aufgreifen, Gemeinsamkeiten herausstellen und ein gleichberechtigtes Miteinander gestalten? In diesem Workshop wollen wir uns mit vorurteilsbewussten und diskriminierungssensiblen pädagogischen Ansätzen beschäftigen und ihre praktische Anwendung im Ganztag gemeinsam erkunden. – Dr. Claudia Seele, RAA M-V
Workshop 4 „Gemeinsam zum guten Essen: Beteiligung als Schlüssel für gelingende Verpflegung“
Wie kann eine gesundheitsfördernde, den kindlichen Bedürfnissen gerecht werdende Verpflegung im Ganztag gestaltet werden? Der Workshop zeigt, welche Bedeutung die Mittagspause im Schulalltag hat – als Zeit für Verpflegung, Erholung, Bewegung und Bildung. Im Mittelpunkt die Frage, wie Schüler*innen aktiv in die Gestaltung der Verpflegung einbezogen werden können. Wir erarbeiten Faktoren einer gesundheitsfördernde Schulverpflegung – orientiert an DGE-Qualitätsstandards. Gemeinsam werden Umsetzungsideen und nächste Schritte für Schule und Hort entwickelt. – Meike Halbrügge, Vernetzungsstelle Schulverpflegung M-V
Workshop 5 „Die Bildungspartnerschaft von Hort und Grundschule auf der Grundlage der Kinderrechte gestalten“
In diesem Workshop soll auf der Basis der Kinderrechte gemeinsam erarbeitet werden, wie Bildungspartnerschaften partizipativ-emanzipatorisch im Spannungsfeld von Schule und Hort sowie den Kinderechten für und mit Kindern gestaltet werden können. Welchen Mehrwert haben solche Bildungspartnerschaften für die unterschiedlichen Akteure? Wie können diese methodisch umgesetzt werden und welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen werden benötigt? – Maike Nadar, Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz MV
Workshop 6 „Mit anderen zusammenarbeiten: Der Sozialraum als Chance”
Die Lebenswelten der Kinder sind vielfältig, Kindheit findet an verschiedenen Orten im jeweiligen Sozialraum statt. Kita, Hort und Schule sowie der Sozialraum können somit zusammengedacht und zum Ausgangspunkt professioneller Zusammenarbeit werden. In diesem Sinne werden professionelle Kooperationen und Netzwerke im Sozialraum relevant, um die Lebenswelten und Bildungsorte der Kinder miteinander zu verbinden. Im Workshop sehen wir uns an, wie eine bildungs- und entwicklungsförderliche Zusammenarbeit konkret und sozialraumorientiert aufgebaut, gepflegt und ausgebaut werden kann und die Potenziale von Sozialraum und Bildungsorten gewinnbringend miteinander verknüpft werden können. – Prof.in Dr. Katja Zehbe, Hochschule Neubrandenburg
Workshop 7 „Prävention vor sexualisierter Gewalt im Netz als gemeinsame Aufgabe von Hort und Grundschule”
In unserem Workshop wollen wir Fachkräfte über die Formen sexualisierter Gewalt im digitalen Raum aufklären und aktuelles Wissen zu Themen digitaler Grenzverletzungen sowie Präventionsmöglichkeiten vermitteln. Ziel ist es, übergreifende Schutzräume in Schule und Hort aufzudecken und zu befähigen, um somit die gemeinsame Verantwortung zu stärken. Für die Prävention vor sexualisierter Gewalt im Netz ist ein sicherer Umgang mit digitalen Medien essenziell und stellt damit einen fachkundigen und umfangreichen Teil der Sexuellen Bildung dar. – Luisa Fuhrmann & Victoria Weigel, pro Familia Neubrandenburg
Workshop 8 „Geschichten verbinden – Mit dem Geschichtenbuch M-V unterwegs”
Mit dem Workshop „Geschichten verbinden – Mit dem Geschichtenbuch M-V“ unterwegs sollen gemeinsame praktische Wege erarbeitet werden, wie Hort und Schule das Geschichtenbuch M-V als verbindendes Element für eine gute Zusammenarbeit in der Bildungsgemeinschaft nutzen können. – Ines Huhle, Kompetenzzentrum für Inklusion und Transition Uni Rostock & Katharina von Savigny, Montessori-Schule-Greifswald
Workshop 9 „Sprechende Wände im offenen Ganztag – ein Möglichkeitsraum für partizipative und kooperative Prozesse”
Wie lassen sich Bildungsprozesse im Rahmen des offenen Ganztags sichtbar, transparent, kooperativ und partizipativ gestalten? Im Workshop zeigen wir Ihnen die Anwendungsvielfalt der Beobachtungs- und Dokumentationsmethode „Sprechende Wand“ aus Reggio-Pädagogik. Gemeinsam werden die Chancen, Potenziale sowie Grenzen dieses didaktischen Instruments betrachtet und diskutiert. Durch die Gestaltung einer vorbereiteten Lernumgebung schaffen wir einen kommunikativen Raum, in dem Sie selbst entdecken, erproben, hinterfragen und neue Impulse für die pädagogische Praxis erhalten können. – Tanja Wittenberg-Frasch, Hochschule Neubrandenburg
Workshop 10 „Kooperation im Sozialraum – außerschulische Kooperationspartner gewinnen”
Ganztägig arbeitende Grundschulen ermöglichen ein Lernen über den Unterricht hinaus, was stark an den Interessen und Neigungen der Kinder orientiert ist. Dabei bezieht es den die Schüler*innen umgebenden Sozialraum intensiv ein. Externe Partner*innen bereichern mit ihrer Expertise die Auseinandersetzung mit Lerninhalten und ermöglichen einen veränderten Zugang zu den Inhalten. Dabei nutzen sie sowohl schulische Möglichkeiten, als auch ihre Ateliers, Sport- und Werkstätten oder Naturräume. Gemeinsam betrachten wir, wir es gelingen kann, Partner zu finden und dauerhafte Kooperationen zum beiderseitigen Vorteil aufzubauen bzw. welche Stolpersteine dabei auftreten und wie sie beseitigt werden könnten. – Dr. Michael Retzar & Ute Harrje, RAA M-V
Workshop 11 „Das Kind im Blick: Wie können Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren im Ganztag die Bildungsqualität verbessern?”
Wie kann eine ressourcenorientierte Beobachtung und Dokumentation kindlicher Bildungs- und Entwicklungsprozesse im Ganztag gelingen? Der Workshop lädt ein, Praxiserfahrungen einzubringen, neue Perspektiven kennenzulernen und zu reflektieren, welche Instrumente im Ganztag wirklich tragen. Im kollegialen Austausch werden bewährte Ansätze sichtbar gemacht, weitergedacht und durch zusätzliche Impulse ergänzt. Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Anregungen, wie Beobachtung und Dokumentation als lebendiges Werkzeug für Bildungsqualität genutzt werden kann. Ziel ist es, die eigene pädagogische Arbeit zu vertiefen und mit frischen Ideen zu bereichern. – Dr. Sandra Töpper, Hochschule Neubrandenburg
Workshop 12 „Multifunktionale Lern- und Lebensräume an Schule und Hort gemeinsam denken und gestalten“
Ganztägige Bildung braucht Räume, die mehr können als reine Unterrichtsorte oder ausschließlich Hortbereiche zu sein. Im Mittelpunkt dieses Workshops steht die Perspektive der Kinder und die Frage, wie Schule und Hort gemeinsam multifunktionale Lern- und Lebensräume entwickeln können, an denen eine Doppelnutzung von Räumen pädagogisch sinnvoll gestaltet und organisiert werden kann. Raum, Pädagogik und Ausstattung werden dabei konsequent zusammen gedacht. Gemeinsam entwickeln wir Raummodelle und sammeln die darin verborgenen Inspirationen für den Alltag. – Thomas Hetzel, RAA M-V
Workshop 13 ,,Komm in Schwingung – Stimme im Zusammenhang mit Wahrnehmung und Kommunikation“
Ist unsere Stimme nur ein Mittel zur sprachlichen Verständigung? Nein. Sie ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge im pädagogischen Alltag – als Trägerin von Information, Beziehung, Haltung und Emotion. Ganz praxisnah entdecken wir, wie wir unsere Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen und Kolleg*innen auf freudvolle Weise neu gestalten und dadurch die Verbundenheit in der Verantwortung von Hort und Schule stärken können. Als Teil der Selbstfürsorge stehen auch die Kräftigung und Pflege der Stimme im Zentrum des Workshops. Und ja, es wird auch gesungen! – Alexandra Broneske, Filmuniversität Konrad Wolf Babelsberg
Workshop 14 ,,Aller Anfang ist schwer?”
Wie wird aus vereinzelter Zusammenarbeit eine echte Kooperation auf Augenhöhe? Der Workshop richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Hort und Schule, die gerade anfangen, ihre Kooperation auszubauen bzw. ausbauen zu wollen. Gemeinsam sprechen wir über bisheriger Kooperations-erfahrungen und bestehende Netzwerke und gehen der Frage nach, welche Vorteile sich aus einer verbesserten Kooperation für alle Beteiligten ergeben können. Reflexionsmomente laden dazu ein, Herausforderungen und Erfolge aus der Anfangszeit sichtbar zu machen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. – pädagogische Fachkräfte aus Hort und Schule der Projekte km2 Bildung Barth und Neubrandenburg Nord & Maria Zimmermann & Wiebke Streckenbach, RAA M-V
Die RAA M-V ist staatlich anerkannter Träger für Weiterbildungen. Die Veranstaltung ist gemäß Lehrkräftebildungsgesetz M-V § 2 Abs. 5 Nr. 4 als Fortbildungsveranstaltung für Fach- und Lehrkräfte anerkannt.
Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Zugänge zum und innerhalb des Veranstaltungsortes sind barrierefrei gestaltet.


