Wie stellen sich junge Menschen ihre Zukunft vor? Welche Erwartungen und Wünsche verbinden sie mit dem Morgen? Und was braucht es, um Zukunft nicht nur zu denken, sondern aktiv mitzugestalten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 20 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren im Rahmen eines mehrtägigen deutsch-polnischen Jugendaustauschs in Gützkow. Mit Kreativität Fantasie und Medien gestalteten sie eigene Zukunftsbilder und entwickelten daraus Kurzfilme.
Zukünfte imaginieren und mit Medien gestalten
Im zweitägigen FutureFlowLab des Projekts FutureFlow (RAA M-V) setzten sich die Jugendlichen mit ihren Zukunftsvorstellungen auseinander und machten diese mit aktiver Medienarbeit sichtbar. Mit fotografischen Methoden und Storytelling entwickelten die Teilnehmenden in Teams vielfältige Zukunftsbilder. Ausgehend „Was wäre, wenn“-Fragen erkundeten sie unterschiedliche Szenarien und betrachteten Zukunft aus verschiedenen Perspektiven.
Aus ihren Überlegungen entwickelten die Jugendlichen anschließend Ideen für eigene Kurzfilme. Vom Storyboard bis zum fertigen Film gestalteten sie den gesamten Produktionsprozess selbst. Sie entwickelten Geschichten, schrieben Szenen, schauspielerten, filmten und schnitten ihr Material. Dabei wurde ausprobiert, diskutiert und gemeinsam entschieden. Jede und jeder konnte eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und neue Fähigkeiten entdecken.
Entstanden sind humorvolle, nachdenkliche und bisweilen skurrile Kurzfilme, in denen Menschen mit übernatürlich Fähigkeiten die Welt zum Besseren verändern. Die Filme zeigen auf kreative und fantasievolle Weise, wie vielfältig Zukunftshandeln aussehen kann.
Kompetenzen für die Welt von Morgen
Im Mittelpunkt stand nicht nur das fertige Medienprodukt, sondern vor allem der kreative und kollaborative Prozess. Die Jugendlichen erlebten, wie aus einer ersten Idee Schritt für Schritt eine eigene Geschichte und schließlich ein gemeinsames Medienprodukt entstehen kann. Dabei erfuhren sie, dass Zukunft als Möglichkeitsraum durch Austausch, Perspektivwechsel und eigenes Handeln entsteht.
Im FutureFlowLab stärkten die Jugendlichen ihre Futures Literacy (link UNESCO Website), also die Fähigkeit, unterschiedliche mögliche Zukünfte zu imaginieren, zu reflektieren und für gegenwärtiges Handeln nutzbar zu machen. Gleichzeitig förderte die gemeinsame Medienarbeit wichtige Zukunftskompetenzen wie Kreativität, Teamarbeit, Kommunikation, kritisches Denken und Selbstwirksamkeit. Besonders wertvoll war die Erfahrung, dass unterschiedliche Perspektiven Ausgangspunkt für neue Ideen und gemeinsames Gestalten sein können.
Begegnung über Grenzen hinweg
Das FutureFlowLab bot zugleich einen Raum für internationale Begegnung. Jugendliche aus Deutschland und Polen lernten sich kennen. Im gemeinsamen Prozess wurde erfahrbar, das Begegnungen Verbindungen schafft, zum Austausch von Erfahrungen führt und dazu beiträgt andere und neue Perspektiven kennenzulernen. So verband das FutureFlowLab Zukünftebildung, aktive Medienbildung und internationale Jugendarbeit. Es entstand ein gemeinsamer Lern- und Erfahrungsraum, in dem junge Menschen aus zwei Ländern ihre Vorstellungen von möglichen Zukünften teilten und gemeinsam darüber nachdachten, was es braucht, um auf wünschenswerte Zukünfte hinzuwirken.



Der Austausch ist ein Kooperationsprojekt der Norddeutschen Gesellschaft für Bildung und Soziales gGmbH, der polnischen Partnerorganisation aus Koszalin und Słupsk (Polen) und des Projekts FutureFlow der RAA – Demokratie und Bildung e. V. Mecklenburg Vorpommern e. V..
