Erinnerung mit Land Art gestalten

Jugendliche schaffen künstlerische Gedenk- und Erinnerungszeichen auf dem Gelände des Neubrandenburger KZ-Außenlagers Waldbau
Jugendliche arbeiten mit Kunst gegen das Vergessen. Bild: Carsten Büttner

02.12.2019 - Kunst hat sich in der Erinnerungsarbeit, Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung als probates Mittel bewährt, um ein vielschichtiges Lernen zu ermöglichen und einen anderen Zugang zu historisch-gesellschaftlichen Themen zu schaffen. Mit dem Ziel eigene Erinnerungszeichen zu produzieren, fand eine dreimonatige Zusammenarbeit mit dem Profilkurs Kunst der Neubrandenburger Schule „Das andere Gymnasium“ statt. Der Kurs setzte sich aus 18 Schülerinnen und Schülern der 8. bis 10. Klasse zusammen und wurde neben dem Projektteam der RAA durch die Kunstlehrerin und freischaffende Künstlerin Karin Camara, die FSJ-lerin Jule Marie Stüben sowie die deutsch-namibianische Land Art Künstlerin Imke Rust begleitet.
 
Während der Projektlaufzeit konnten sich die Jugendlichen gezielt mit Inhalten zum KZ-Außenlager Waldbau auseinandersetzen und erarbeiteten beispielsweise eine Radiosondersendung im Rahmen des Fundstücketages oder umrundeten das KZ-Außenlager auf der Suche nach authentischen Spuren. Zudem arbeiteten sie, inspiriert und angeleitet durch Imke Rust, mit der Kunstform Land Art auf dem Schulhof und im Rahmen einer Doppelstunde im Nemerower Holz.
 
Zu Beginn des Land-Art-Projekts ließ sich dabei noch nicht absehen, dass eine tragbare Lösung für den sicheren Zugang des Geländes mit Minderjährigen geschaffen werden kann, die diesen den Besuch des historischen Ortes ermöglicht. Während der inhaltlichen und künstlerischen Vorarbeiten wurde das Gelände daher umrundet und im angrenzenden Wäldchen gearbeitet. Dank des engagierten Einsatzes von vielen Ehrenamtlichen, die im Rahmen eines freiwilligen Arbeitseinsatzes am 31. Oktober 2019 das Gelände aufräumten und dank der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, die kurzfristig noch einen Gestattungsvertrag für die pädagogische Nutzung des Geländes in Kooperation mit der RAA ermöglichte, konnten die Schüler und Schülerinnen zum Projektabschluss am 25. November doch noch auf das Gelände. Erstmalig konnte damit erreicht werden, dass Schüler und Schülerinnen den authentischen, historischen Ort vor den Toren Neubrandenburgs besuchen. Nach einer Führung über den Gedenkort begannen sie ihre künstlerischen Arbeiten, in denen sich Land Art mit anderen Kunstformen mischen, als Gedenk- und Erinnerungszeichen auf dem Gelände umzusetzen. Zum Abschluss der ganztätigen Exkursion präsentierten sie ihre Kunstwerke den Mitschülern und Schülerinnen.
 
Wenngleich die Kunstform des Land Art nicht auf Dauer angelegt ist und sich mit der Witterung verändert, können die Erinnerungs- und Gedenkzeichen über auf Alu Dibond Platten gedruckte Fotografien als Open Air Ausstellung auf dem Gelände des KZ-Außenlager Waldbau betrachtet werden. 
 
Fotos: Carsten Büttner

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