Fachtag „Radikalisierung – was ist das und wie begegnen wir ihr durch gemeinsames Handeln?“ an der Fachhochschule Güstrow

RAA mit Fachkräften vor Ort
Großer Bedarf seitens der Teilnehmer*innen über vertieftes Wissen und fundierte Untersuchungen zu Radikalisierungsprozessen
Großer Bedarf seitens der Teilnehmer*innen über vertieftes Wissen und fundierte Untersuchungen zu Radikalisierungsprozessen

12.03.2019 - Am 4. März 2019 fand an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow der erste Fachtag Radikalisierung statt. Zur Fragestellung „Radikalisierung: Was ist das und wie begegnen wir ihr durch gemeinsames Handeln?“ bekamen die rund 200 Teilnehmer*innen zudem anhand von drei spannenden Fachvorträgen viele interessante Einblicke in aktuellen Entwicklungen des Forschungsfeldes Radikalisierung. Behandelt wurden unter anderem die Frage nach der Bedeutung von Radikalisierungsphänomenen in der heutigen Gesellschaft und welche Folgen eine zunehmende soziale Segregation, am Beispiel der Hansestadt Rostock, in Bezug auf die regionale Verbreitung von psychiatrischen Erkrankung, sozialen Risiken und Straftäterschaft hat. Ein zentrales Anliegen des Fachtages war es den interdisziplinären Austausch zum Themenfeld zwischen den verschiedenen Akteuren aus Verwaltung und Sicherheitsbehörden, bestehenden Beratungsstrukturen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu ermöglichen und zu intensivieren.
 
Hierzu war auch das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg eingeladen worden und bot den Fachkräften vor Ort, neben seinem Beratungs- und Fortbildungsangebot, im Rahmen der Moderation eines Worldcafé Tisches die Möglichkeit zum Fachaustausch und zur Vernetzung rund um das Thema „Rechtsextremismus nach der NPD? Ausdifferenzierung der rechten Szene?“. Insbesondere die Einordnung und der Umgang mit neuen Phänomenen wie Reichsbürger*innen, Prepper*innen und rechten Verschwörungsideologien standen dabei im Mittelpunkt des Interesses der Teilnehmenden. Intensiv wurden Fragestellung wie „In welchem Verhältnis stehen diese Phänomenen zum klassischen Rechtsextremismus?“ oder „Ab wann stellen Menschen mit solchen Weltbildern eine Gefahr für eine demokratische Gesellschaft dar?“ diskutiert. Schnell kristallisierte sich an diesen Fragen ein großer Bedarf seitens der Teilnehmer*innen über vertieftes Wissen und fundierte wissenschaftliche Untersuchungen zur zukünftigen Einordnung und dem Umgang mit diesen Phänomen heraus. Hier könnte beim bereits geplanten zweiten Fachtag Radikalisierung angeknüpft werden. Das Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg steht derweil allen Interessierten für Beratungen und Fortbildungen zum Thema Reichsbürger*innen und rechte Verschwörungsideologien als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.