Lesung mit Musik zu der Künstlerin Maria Hiszpańska-Neumann

zeitlupe, Regionalbibliothek und Stadtarchiv Neubrandenburg luden die Autorin Brigitta Waldow-Schily ein
Brigitta Waldow-Schily liest aus ihrem Buch über Maria Hiszpańska-Neumann im Neubrandenburger Stadtarchiv

16.05.2017 - Welche Verbindung gibt es zwischen Neubrandenburg und der „polnischen Käthe Kollwitz“? Was erzählen davon Briefe von Maria Hiszpańska-Neumann (1917–1980), die vor wenigen Jahren zufällig entdeckt wurden? Was hat der „Neubrandenburger Schmuggelfund“ damit zu tun?
 
Am Abend des 12. Mai 2017 fand im Rahmen des diesjährigen Norddeutschen Bücherfrühlings eine spannende biografische Spurensuche zu musikalischen Klängen statt.
Das RAA-projekt zeitlupe | Stadt.Geschichte & Erinnerung hatte, gemeinsam mit der Regionalbibliothek und dem Stadtarchiv Neubrandenburg, die Autorin Brigitta Waldow-Schily eingeladen. Sie porträtierte eine außergewöhnliche Künstlerin und las erstmals in Neubrandenburg aus Briefen, die die junge Kunststudentin „Myszka“ hier schrieb: als Gefangene im Außenlager des KZ Ravensbrück.
Mitgebracht hatte sie eine Auswahl von Zeichnungen, Grafiken, Holzschnittdrucken, zum Teil im Original, die das Publikum zu Gitarrenklängen des Musikers Jacob David Pampuch betrachten konnte.
Im Anschluss an die Lesung aus ihrem präzise recherchierten und großartig geschriebenen Buch – das man übrigens in der Regionalbibliothek ausleihen kann – entspann sich ein interessantes Gespräch über die Frage, ob Maria Hiszpańska-Neumann jemals wieder in Neubrandenburg oder Ravensbrück gewesen sei. Und was man tun könne, um das vielfältige Talent der Künstlerin mehr zu würdigen.
 
Maria Hiszpańska-Neumanns Kunst in der Neubrandenburger Flaschenpost aus dem KZ
Die zeitlupe-Projektleiterin, Dr. Constanze Jaiser, wies darauf hin, dass sich eine Zeichnung von Maria Hiszpańska-Neumann in dem Glasbehälter befand, der 1975 an der Bahnstrecke Neubrandenburg – Burg Stargard ausgegraben worden sei (vgl. zur Geschichte www.schmuggelfund.de). Heike Birkenkampf von der Regionalbibliothek ergänzte, der Bogen schließe sich am heutigen Abend im Mai, nicht nur, weil der 8. Mai an die Befreiung von der NS-Herrschaft und das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnere, sondern weil im Mai vor nunmehr 42 Jahren auch die Ausgrabung des „Schmuggelfundes“ erfolgt sei (am 24. Mai 1975). Mindestens 400 Zeichnungen habe die Künstlerin, geschützt von ihren Mithäftlingen, heimlich während ihrer KZ-Haft erstellt. Die meisten seien verloren bzw. von der SS vernichtet worden.
Die Kunsthistorikerin Brigitta Waldow-Schily berichtete, dass sie derzeit eine Ausstellung zu dem umfangreichen Werk der sowohl in Deutschland als auch in Polen bislang wenig bekannten Künstlerin vorbereite. Sie soll im Oktober, anlässlich ihres 100. Geburtstages, in Berlin eröffnet werden. Die Leiterin des Neubrandenburger Stadtarchivs, Eleonore Wolf, versprach, die Ausstellung nach Neubrandenburg zu holen.

  • Lesung mit Musik zu der Künstlerin Maria Hiszpańska-Neumann
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